Rhetorik – Tragende Säule einer erfolgreichen SMV-Arbeit

Schülersprecher, Stufensprecher und Klassensprecher müssen…
• Informationen aus dem Schülerrat an die Mitschüler weiterleiten.
• die Gesamtlehrerkonferenz oder die Schulkonferenz von ihren Ideen und Wünschen überzeugen.
• Mitschüler motivieren sich an Projekten zu beteiligen.
• sich mit anderen SMVen austauschen.
Wenn man diese Aufgaben betrachtet, wird es deutlich, dass rhetorische Grundkenntnisse notwendig sind, um eine erfolgreiche SMV-Arbeit zu gewährleisten. Ich schlage vor die Rhetorik-Schulung praxisorientiert und zum Schuljahresanfang durchzuführen. Die SMV-Hütte bietet sich hierfür besonders an. Folgende Vorgehensweise ist dabei möglich:

A.) Kurzvorträge als Einstieg
Ein Klassensprecher stellt sich vor die Gruppe und erklärt seinen Mitschülern in einem Kurzvortrag…
…weshalb er sich für dieses Amt hat aufstellen lassen.
…welche seiner Eigenschaften ihn für dieses Amt prädestiniert.

Die Zuhörer bzw. Zuschauer achten dabei auf den Redebeginn, die Körperhaltung, die Mimik, die Gestik, die Ausstrahlung, das Sprechtempo, die Pausen und die Stimme. Nach dem Vortrag geben die restlichen Klassensprecher dem Redner ein Feedback, was sie besonders gelungen fanden. Danach äußern sie Vorschläge, wie er seine Rede verbessern könnte. Der Verbindungslehrer spricht als Letzter und ergänzt die fehlenden Bestärkungen und Tipps.

WICHTIG: Alle Rückmeldungen sollten konkret formuliert sein, damit der Schüler weiß, was er beim nächsten Mal besser machen kann.

Beispiele:
Nicht hilfreich:
„Ich fand´s toll bzw. nicht gut.“, „Du wirkst sympathisch.“, „Du warst zu nervös.“ usw.
Besser:
„Du sprichst klar und deutlich.“, „Du hast keine Füllwörter benutzt.“, „Dein Hin- und Herwackeln hat mich vom eigentlichen Vortrag abgelenkt.“, „Du hast uns nicht oft angesehen. Meistens hast du auf den Boden geblickt.“ usw.

In der Regel sind Schüler sehr genaue Beobachter und erkennen die meisten gelungenen und ausbaufähigen rhetorischen Elemente. Lediglich die Konkretisierung der Aussagen muss geübt werden.

Nach Roman Braun entnehmen wir Ansprache zu 55% der Körpersprache, 38% der Tonalität und 7% der Wortwahl und Aussage! Damit sollte klar sein, worauf man bei allen Übungen den Schwerpunkt setzen sollte.

B.) Pro- und Kontra-Argumente sammeln
Auf der bzw. unserer SMV-Hütte werden immer Wünsche und Ideen bezüglich des Schullebens gesammelt. Ich möchte unser Vorgehen exemplarisch am Beispiel vom diesjährigen Wunsch nach einem Online-Vertretungsplan erläutern. Im Plenum werden gemeinsam Pro- und Kontra-Argumente gesammelt und schriftlich festgehalten. Wobei man den Hinweis gibt, dass sich die Schüler auch in die Lage der Schulleitung und Lehrer versetzen sollen. Lösungsansätze, die Gegenargumente entkräften oder mildern, dürfen nicht fehlen.

Pro_Kontra_OnlineVP

TIPP: An dieser Stelle lässt sich besonders gut das Material von Jugend debattiert einsetzen. Wer diesbezüglich einen Ansprechpartner oder Trainer suchen sollte, dem kann ich nur Marcel Hinderer (Diplompädagoge und Sprecherzieher an der PH Freiburg) empfehlen.

C.) Rollenspiel
Mit zahlreichen Argumenten ausgerüstet übernimmt nun ein Schüler die Rolle des Schulleiters. Ein zweiter Schüler muss die Schulleitung von einem geplanten Projekt oder einem Wunsch der SMV überzeugen. Die restlichen Klassensprecher beobachten das Gespräch nach den gleichen Kriterien, wie beim Kurzvortrag. Im Anschluss wird der Gesprächsverlauf reflektiert und die Argumente werden auf ihre Wirksamkeit überprüft. Diese Übung lässt sich einige Male mit unterschiedlichen Schülern und Themen wiederholen. Die Schüler neigen übrigens dazu mit ihren Positionen und Ansichten viel härter als der echte Schulleiter oder Lehrer aufzutreten.

Natürlich können im Laufe des Schuljahres mit Schulungen oder durch Einbindung in den Unterricht weitere rhetorische Mittel erarbeitet werden. Nur halte ich das im Rahmen der SMV-Arbeit für zeitlich schwierig und auch nicht ganz so entscheidend. Folgende Stilmittel bieten sich dabei an:
Alliteration, Anapher, Antithese, Euphemismus, Hyperbel, Metapher, Neologismus, Personifikation, rhetorische Frage und der Vergleich.

Wir versuchen unsere Klassensprecher über die Jugend debattiert-AG rhetorisch weiter zu trainieren. Erspart einem viel Geld, das man für einen guten Rhetorik-Kurs ausgeben müsste und ermöglicht den Teilnehmern im Rahmen vom Jugend debattiert-Wettbewerb sich mit anderen Schülern und Schulen zu messen.

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