Die Klassensprecherwahl – Gut gewählt ist halb gewonnen

Steigen wir mit den Klassikern der Klassensprecherwahl ein:

Der Schnelle, mit der To-Do-Liste:
Er lässt gerne am ersten Schultag, zwischen dem Abschreiben des Stundenplans und dem Diktieren der Materialliste, den Klassensprecher wählen, um sich zügig von der vermeintlich geglaubten Pflicht zu befreien.

Der Suboptimal-Strukturierte, ohne To-Do-Liste:
Er wird mehrfach vom Verbindungslehrer sanft an die Klassensprecherwahl erinnert. Meist gelingt es ihm am letzten Tag, vor Ablauf der dreiwöchigen Frist, die Wahl noch irgendwie durchzuführen.

Der “Demokrator“: Er diktiert die geeigneten Kandidaten, die im Anschluss demokratisch gewählt werden dürfen. Nicht selten orientiert er sich dabei am Notenschnitt der Schüler.

Es ist und muss im Interesse eines jeden Verbindungslehrers sein, dass die Klassensprecherwahl ordentlich abläuft. Schließlich hängt die Arbeit eines ganzen Schuljahres davon ab. Nur ein Schülerrat, besetzt mit fähigen Klassensprechern, kann qualitativ und erfolgreich das Schulleben mitgestalten. Aber wie könnte man die drei oben aufgeführten Klassiker und ihre Folgen vermeiden?
Im Prinzip gibt es zwei mögliche Vorgehensweisen:

1.) Die Klassenlehrer müssen “geschult“ und mit ansprechendem Material ausgestattet werden. Praktisch wäre hierfür die Konferenz vor dem ersten Schultag.
Pro:
-Klassenlehrer freuen sich in der Regel über etwas Entlastung.
-Zeitlicher Aufwand hält sich in Grenzen.
Kontra:
-Eine motivierte Moderation erzeugte motivierte Kandidaten. Die Motivation aller Klassenlehrer ist nicht immer gewährleistet – trotz Material und Unterstützung.

2.) Die Schüler müssen “geschult“ und mit ansprechendem Material ausgestattet werden. Hierfür bieten sich Stufenversammlungen an. Es sollten weder zu kleine noch zu große Gruppen sein. Wir praktizieren das mit etwa sechs bis acht Klassen. Die (noch amtierenden) Schülersprecher übernehmen die Moderation und veranschaulichen die Informationen durch Beispiele aus dem letzten Schuljahr (Erreichte Ziele und gelungene Projekte bieten sich hier an).
Pro:
-Die Moderation durch die Schülersprecher ist automatisch ein verkörpertes Beispiel für die Fähigkeiten und Aufgaben eines Klassensprechers.
-Schülersprecher genießen in Regel ein gewisses Ansehen bei ihren Mitschülern und können mehr zur Mitarbeit motivieren als ein noch so guter Lehrervortrag.
– Höherer Zeit- und Arbeitsaufwand: Je größer die Wertschätzung der Klassensprecherwahl und des damit verbundenen Amtes des Klassensprechers, desto größer ist die Bereitschaft und niedriger die Hemmschwelle der fähigen Schüler sich aufstellen zu lassen.
Kontra:
-Höherer Zeit- und Arbeitsaufwand. Die Moderation sollte vorher mit den Schülersprechern geübt bzw. abgesprochen werden.

Manche Schulen führen in allen Klassen an einem gemeinsamen Wahltag die Klassensprecherwahl durch. Andere informieren die Klassen lieber einzeln und versetzt über die Politik- oder EWG-Lehrer. Je nach Schulart und -größe variiert die Durchführbarkeit der unterschiedlichen Konzepte. Daher kann ich hier kein perfektes Modell, sondern nur bewährte Bausteine präsentieren, mit denen sich Verbindungslehrer ihr eigenes, passgenaues Konzept zusammenbasteln können.

Sonstige Hinweise:
A.) In der Unterstufe, speziell in Klasse 5, kommt es öfter vor, dass sich gerne mal die Hälfte der Klasse aufstellen lässt. Hier ist es besonders wichtig, dass je ein Wahlgang für den Klassensprecher und den Stellvertreter durchgeführt wird. Mehrheitsvertreter werden gesucht! Außerdem ist der Hinweis für die Kandidaten, die nicht die Masse für sich begeistern konnten, wichtig, dass jeder Schüler auch über Arbeits- oder Projektgruppen in der SMV mitarbeiten kann.
B.) Unabhängig vom Modell der Information und Durchführung sollte die Hauptbotschaft lauten: Partizipation bedeutet Verantwortung und Arbeit, die sich auszahlt.
C.) Grundsätzlich muss allen Schülern eine Chance gegeben werden sich als Klassensprecher zu beweisen. So mancher Schüler, der auf den ersten Blick nicht gerade den überzeugendsten Eindruck vermitteln konnte, ist an den Aufgaben und der Verantwortung des Klassensprechers gewachsen, und hat sich als hervorragender Repräsentant seiner Klasse herausgestellt. Daher bitte ich alle Klassen- und Verbindungslehrer davon abzusehen in eine Klassensprecherwahl korrigierend einzugreifen – womit man übrigens auch gegen die Regeln der SMV-Satzung verstoßen würde.

Alle Aufgaben, Fähigkeiten, Rechte eines Klassensprechers und Informationen zur Wahl habe ich im folgenden Material zusammengestellt.
PS: Meine Artikel werden immer wieder verbessert und ergänzt. Sowohl die Texte als auch das Material. Auch in der SMV-Arbeit gilt: Stillstand bedeutet Rückschritt. :-)
Der_Klassensprecher
Stimmzettel_Klassensprecher
Der_Klassensprecher_Checkliste
Eignungstest für Klassensprecher und Schülersprecher

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